Zugvögel 2020

30. August 2020 Steinhuder Meer. Ziehende Wespenbussarde. Wir machen eine Pause am Meerbruch und entdecken plötzlich zwei Wespenbussarde über uns. Sie kommen nicht allein, insgesamt kreisen plötzlich bei blauem Himmel 17 Wespenbussarde in niedriger Höhe über uns. Später folgt noch ein Trupp von 17 ( sind es dieselben?) und nach einiger Zeit zählen wir 35 Wespenbussarde gleichzeitig.

Das Foto zeigt allein 30 Wesenbussarde.
Ich sehe auf Ornitho.de nach und stelle fest, dass am 30.8.2020 viele Wespenbussarde über die Vogelfluglinie gezogen sind, auf Fehmarn und Umgebung (Großenbrode) werden bis zu 1.240 ziehende Wespenbussarde gemeldet. 

Ich bin so beeindruckt vom Zug der Wespenbussarde, dass ich im Nachgang schaue, welche Wetterlage am 30. August vorliegt (Siehe www1.wetter3.de) und wie sich die Meldungen von Wespenbussarden auf ornitho.de verteilen. Man erkennt dann, dass die Wespenbussarde über die Vogelfluglinie eingeflogen und offenbar in Richtung Gibraltar unterwegs sind, was ihrem westlichen Zugweg entspricht (Wikipedia.de).


Wespenbussarde brüten im Nordosten, also im grün markierten Gebiet. Im September ziehen sie in Trupps nach Afrika.  Dabei gibt es offenbar West-Zieher, die den Weg über Gibraltar nehmen und Ostzieher. Über Israel wurden 800.000 Vögel beobachtet. Die von uns beobachteten Vögel sind recht sicher auf dem Weg nach Gibraltar. Die Wetterkarte vom 30. August zeigt eine Wetterlage, die eine Luftstömung aus Norden zeigt.

Über Europa liegen Wolken, nur genau der Zugweg der Vogelfluglinie ist wolkenfrei, es ist sicher kein Zufall, dass an diesem Tag so viele Vögel durchziehen. Uns sind nur die Wespenbussarde aufgefallen, vermutlich sind es aber nicht die einzigen Durchreisenden.


Die von uns am Meerbruch beobachteten Trupps sind aus Nordosten über das Steinhuder Meer eingeflogen. Als sie unseren Rastplatz erreichen, haben sie offenbar wegen der über dem Wasser fehlenden Thermik an Höhe verloren. Sie kreisen in niedriger Höhe über uns und finden wenig später in Richtung Winzlar offenbar eine gute Thermik, so dass sie dann langsam an Höhe gewinnen.


Zu unserer Überraschung gesellt sich der vorher beobachtete Wanderfalke dazu und zwei Schwarzstörche kreisen ebenfalls mit in der gleichen Termikschleife. Im Luftraum haben wir ausserdem Rotmilan, Rohrweihe und Fischadler.