Garten des Nordkollegs

In Rendsburg, im Garten des Nordkollegs, gibt es neben vielen wunderbaren Pflanzen und Kunstwerken einen 100-Sorten-Apfelbaum.
Ich bin sehr beeindruckt von dem Baum und dem durch ihn symbolisierten Engagements für den Erhalt alter Apfelsorten. Ich versuche, mit diesen Bildern einen kleinen Eindruck davon zu geben, was sich hinter dem Namen "100-Sorten-Apfelbaum" verbirgt. 

Infos erhält man am besten über den Verein der Pomologen oder über das Nordkolleg.Im Mai gibt es ein Apfelblütenfest und im Herbst Probiertage, an denen man sich informieren kann.


der 100-Sorten-Apfelbaum

Die Basis des 100-Sorten-Apfelbaumes bildet ein großer alter Boskoop-Baum. Auf ihn wurden die Triebe der vielen (rund 100) alten Sorten aufgepfropft.


Apfelblüte im Garten des Nordkollegs am 13.5.2018

Die Apfelblüte dieses Apfelbaums zieht sich durch die Mischung aus frühen und späten Sorten über eine längere Zeit hin. Zum Apfelblütenfest am 13.5.2018 blühen noch die späten Sorten.


Der 100-Sorten-Apfelbaum im Verlauf der JAhreszeiten

Frühling: Apfelblüten in verschiedenen Stadien.


 

Herbst

Im Oktober trägt der Baum noch Früchte, doch zwischen den grünen Blättern ist es nicht so einfach, die Äpfel zu entdecken. Während des Apfelprobiertages können die alten Apfelsorten probiert werden. Besitzer eines Apfelbaumes haben an diesem Tag die Möglichkeit, ihren Apfelbaum anhand eines mitgebrachten Apfels bestimmen zu lassen.

Im Herbst zeigt sich, dass sich nicht jede Blüte zu einem saftigen Apfel entwickelt hat.


Winter

Der 100- Sorten Apfelbaum in der kalten Zeit des Jahres. Obwohl er hochstämmig ist, und damit viel höher als diejenigen aus Apfelplantagen, ist der Baum nicht so  groß, andere Bäume im Garten, auch in seiner Nähe, sind höher und auffälliger.


Das Aufpfropfen der Apfelsorten in der Praxis

Aufpfropfen einer Sorte auf einen Baum, beim Apfelblütenfest darf man es unter fachkundiger Leitung selbst ausführen. Die oberen vier Bilder zeigen die Schritte. Unten sind die Materialien zusammengestellt und wir blicken auf einen Propf vom Vorjahr. Ab Mitte April kann man normalerweise mit den Arbeiten beginnen, in 2018 allerdings ließ das naßkalte Wetter es nicht so früh im Jahr zu.


Einige Impressionen aus dem Garten des Nordkollegs

Auf dem Bild oeben rechts der nächsten Gruppe sieht man einen Ast, auf dem eine andere Sorte aufgepfropft wurde, das kleine Blech-Schildchen weist den Propf als Cox-Orange aus. Mit Namensschildern auf dem Holzbrett oder als Schildchen an den entsprechenden Zweigen wird festgehalten, um welche Sorte es sich jeweils handelt. Die leckeren Äpfel werden den Kursteilnehmern des Nordkollegs zu den Mahlzeiten angeboten. Viele nehmen das Angebot gern an. Die Äpfel der alten Sorten sind oft kleiner als diejenigen aus dem Supermarkt, aber sehr schmackhaft. Und für die nicht für den Frühstückstisch geeigneten Äpfel finden sich, in kleine Kunstwerke eingebaut, andere Abnehmer.


Jeder Gang zwischen Seminarraum und Küche durch den Garten kann als Entdeckungsreise genutzt werden. Zum Beispiel: Der Scheckenfalter ist fast ausgestorben. Nun gibt es in Dänemark eine angesiedelte Population , die dann für den Fortbestand den Teufelsabbiss benötigt, um auf ihm die Eier abzulegen. Der Gärtner des Gartens hat mal eine Pflanze neben den 100-Sorten Apfelbaum gesetzt. Auch damit interessierte Gartenbesitzer sehen, um welche Pflanze es dabei geht. Ich werde im Laufe des Jahres mal schauen, wie sie sich entwickelt. Überall im Garten findet sich etwas zum Staunen, lernen oder wiederentdecken. Oder die rote Zaunrübe oder ein Eichhörchnen, das vom Gerhardshain herüber gekommen ist.

 

Besonders gut gefällt mir die Leiter hoch oben im 100- Sorten-Apfelbaum.

Es gibt nicht nur den 100-Sorten-Apfelbaum, sondern sehr viel mehr! Beispielsweise werden Insektenhotels platziert und Blumenwiesen so angelegt, dass die Bienen Nektar finden.

Taschentuchbaum

Eine weitere Attraktion im Garten ist der Taschentuchbaum. Das ist ein Baum aus China. Ihn in Blüte zu sehen, wie hier beim Apfelbütenfest im Mai 2018, ist etwas  ganz besonderes, und der Gärtner des Nordkollegs ist zu Recht stolz darauf.