Wülfeler Leinemasch



29. Mai 2019.  Bei meinem abendlichen Spaziergang in der Wülfeler Leinemasch stelle ich fest, dass es in den beiden Storchennestern Nachwuchs gibt. Ich sehe zwei schon recht große Junge im alten Horst und ein Junges im neuen Nest.

Ich wollte gern einmal wieder Kuckucke sehen und hören, und es klappt. Zwar wird es an diesem Abend nichts mit einem schönen Foto, aber ich höre und sehe mehrere Männchen und mindestens ein Weibchen, das intensiv umworben wird. Auf ihr Rufen hin ist sofort ein Männchen zur Stelle und die beiden fliegen in eine Baumgruppe davon.

Im Schilf beziehungsweise im hohen Gras sind die Kleinvögel schwer zu entdecken und noch schwerer zu bestimmen. Ich bin unsicher, welche Vögel das sind, zumal sie weder singen noch rufen. Seit drei Jahren versuche ich, unter anderm in diesem Schilfgebiet einen Feldschwirl zu sehen, gehört habe ich ihn schon mehrfach, aber zu Gesicht habe ich ihn noch nicht bekommen. Und auch an diesem Abend bin ich zwischendurch hoffnungsfroh, aber als ich den Vogel erkenne, ist es eine junge Kohlmeise oder in einem anderen Fall eine junge Heckenbraunelle. Zwischendurch meine ich, Rohrsänger zu hören, aber wenn, dann ist es nur ein kurzer Gesang. Kein Vergleich zu den vielen lauten Schilfrohrsängern vom letzten Wochenende. Die Nachtigallen singen noch, allerdings nicht mehr so ausgiebig wie vor ein paar Wochen und so ist es an diesem Abend die Amsel, die den Ton angibt.


10. Mai 2019.  Bei meinem abendlichen Spaziergang lausche ich auf Vogelstimmen und schaue, wen ich entdecke. Zunächst zu den großen Vögeln: Ich sehe überfliegende Mäusebussarde und Graureiher, höre Fasane und einige Stockenten überfliegen das Gebiet und auf beiden Storchenhorsten wird gebrütet, wobei ich beim älteren Horst, nicht sicher bin, ob nicht vielleicht doch schon Küken im Nest sind.

Dann zu den Sängern: Ich höre mehrere laut singende Nachtigallen und auch einige Singdrosseln stimmen lautstark in das immer wieder stockende Konzert mit ein. Dorn- und Mönchsgrasmücken melden sich zu Wort, zusammen mit den Amseln, Goldammern sitzen jeweils hoch im Baum und zwitschern ihr kurzes Lied in so hellen Tönen, dass sie fast untergehen im Chor der Vogelstimmen. Manchmal erinnert der gemeinsame Gesang mehr an eine Chorprobe als an ein Konzert, die Sänger stoppen immer mal wieder abrupt, einige Sänger scheinen ihren Einsatzpunkt nicht zu kennen, und andere haben sich offenbar noch nicht eingesungen, zumindest kommen oft nur Fragmente des von ihnen bekannten Gesangs. Und immer wieder diese Nachtigall! Immer muss sie alle übertönen und überfordert mit ihren unerwarteten Solos und Strophen, die wie Klangexperimente klingen, den Chor.    

 

Die Sumpfmeise hingegen habe ich nicht gehört, sie ist mit ihrem Futter so beschäftigt, dass ich nicht störe und sie in Ruhe fotografieren kann. Beeindruckt hat mich das erste Foto, denn es wirkt, als hätte der Vogel seinen Futterballen in der Hand. Er muss  sich gleichzeitig am Ast festklammern und den Ballen festhalten: Ich glaube, ich muss mir bei Gelegenheit mal genauer ansehen, wie Vogelfüsse funktionieren.

Feldschwirle werden an diesem Abend zwar gehört, zwei Bekannte berichten wo, ich verpasse sie allerdings. Einen einzigen Kuckuck höre ich rufen, vielleicht ist es noch zu früh im Jahr, denn in früheren Jahren habe ich hier bis zu vier Kuckucke gleichzeitig gesehen und gehört. Ich höre heute Abend auch weder Rohrsänger noch Rohrammern.

Die Mönchsgrasmücken haben offenbar schon flügge Junge, während die Mauersegler gerade erst zurück sind. Zwischen den Schilfhalmen entdecke ich eine Mönchsgrasmücke, und im Baum einen Familienverband, es ist gar nicht so einfach, die Vögel zu entdecken, das Blattwerk wird immer dichter.


27. April 2019.  Singvögel in der Wülfeler Leinemasch. Mönchs- und Dorngrasmücken, Zaunkönig, Heckenbraunelle, Zilpzalp und viele andere Vögel singen an diesem Tag. Ich warte noch auf Feldschwirl, Rohrsänger und den Kuckuck.

Weitere Berichte werden folgen.

In 2019 sind erstmals beide Storchenhorste besetzt. Der erstmals besetzte Horst ist auffallend flacher als der langjährig genutzte. Wir freuen uns und hoffen auf eine gute Brutsaison.


Der Kuckuck in der Leinemasch

26.5.2018: Ich höre im Wechsel die Stimme des männlichen Kuckucks "kuckuck" und auch mal "kackadu", wenn er aufgeregt ist und das Trällern des weiblichen Kuckucks, sie sind zu dritt unterwegs. Der Kuckuck interessiert sich genauso wie ich für die Teichrohrsänger und Feldschwirle, während ich nur ein schönes Foto schießen möchte, sucht er Adoptiveltern für seinen Nachwuchs.

Der Feldschwirl hat sich leider nicht gezeigt. Andere schon. Am Freitag, den 26.5. habe ich zwei Feldschwirle gehört, zu beiden Seiten des Weges surrten sie.


14. April 2018: Ein phantastischer Beobachtungstag bei grauem Himmel und mit streikender Kamera. Bilder gibt es fast keine, daher versuche ich es mal mit einer Beschreibung:  Wir treffen uns an der Bothmerstrasse zum Vogelkundlichen Spaziergang, dieser startet, viele der angesprochenen Leser werden das wissen, um 7:00 Uhr in der Früh.  Aber der frühe Start lohnt sich, denn Vogelstimmen hören wir einige, unter anderem Zilpzalp, Zaunkönig, Grünspecht sowie Mönchs- und Klappergrasmücke. Die Störche haben ihr Nest bezogen, einer brütet, der andere schafft Nist-Material heran und sie lassen sich von der umherstreifenden weiblichen Rohrweihe nicht stören.

Unser Guide erklärt so nebenbei, dass ziehende Ringdrosseln unterwegs sind. Da ich diese erst zweimal in meinem Leben gesehen habe (im Frühjahr 2014 und im Herbst 2016, jeweils auf Helgoland), höre ich zwar aufmerksam zu, rechne aber nicht damit, sie in Hannover zu entdecken. Und siehe da, plötzlich heisst es: Dort im Baum sitzt eine, sie tut uns sogar den Gefallen, noch einmal auf die Wiese zu fliegen. Leider ist es bei bedecktem Himmel recht dunkel, und meine Kamera lässt mich nach 70.000 Bildern im Stich. Die Bilder sind gerade noch als Belegfotos zu verwenden. Aber andere habe ich nicht. Dass genau jetzt eine Waldschnepfe im typischen Flug über genau diese Wiese fliegt, ist kaum zu glauben, begeistert uns natürlich.

Beide Tiere sind gut zu erkennen. Der Ruf der Ringdrossel unterscheidet sich von dem der Amsel, weiterhin, das ist immerhin auf dem grauen Foto gut zu erkennen, sind die Flügel heller. Und auch das weisse Brustband ist unverkennbar.

 

Das nächste Highlight folgt dann am Wollwaschteich: Zwei Fischadler überfliegen das Gebiet nacheinander, kreisen über dem Teich und beide fangen sich einen Fisch!! Ob es derselbe Vogel war, oder sich um zwei Individuen handelt, können wir nicht sagen. Bei normalem Einsatz meiner Kamera hätte man die Vögel vielleicht unterscheiden können. Aber die Kamera war ja im Streik.


Anfang Juni sind die Kuckucke sehr aktiv, am hellen lauwarmen Sommerabend streifen Sie durch die Bäume umkreisen das Gebiet in dem sich vorwiegend Rohrsänger und Goldammern aufhalten. Zeitweise sind sie zu viert unterwegs. Für uns sehr auffallend ist, dass die Goldammern die Kuckucke angreifen. Wir können beobachten, dass speziell ein Kuckuck praktisch immer von einer Goldammer begleitet wird.


5.6.2017, Rohrsänger vor der Kamera: Noch etwas vorsichtig ist der Rohrsänger (Sumpf- oder Teichrohrsänger) am Pfingstmontag.

Zuerst schaut er nur vorsichtig ganz tief aus dem dichten Busch, wie meistens ist er klar und deutlich zu hören, aber nicht oder nur flüchtig zu sehen. Dann zahlt sich die Geduld aber doch aus und es gibt noch eine Foto-Session.

Zuerst versuche ich, den Vogel im dichten Busch zu erkennen. Mit 800 mm Brennweite habe ich den Nachteil, dass nur ein Bereich von wenigen Zentimetern scharf abgebildet wird, gleichzeitig ist das aber auch eine Chance, weil man dadurch sozusagen durch die Büsche hindurchsehen kann. Schaut man das Bild oben links an, so mag es auf den ersten Blick langweilig dunkel sein. Auf den zweiten Blick erkennt man, dass auch vor dem Vogel Zweige im Bild sind. Obwohl das Tier verdeckt ist, ist es dennoch möglich, es aufzunehmen. Das Bild unten rechts zeigt den Busch etwas so, wie er mit dem menschlichen Auge gesehen wird.

Das Ergebnis ist interessant, und manchmal hat man keine andere Chance, dieser Vogel zeigt sich allerdings auch noch unter nahezu optimalen fotografischen Bedingungen.


Landschaft in der Leinemasch