Eistaucher in Hannover - 12.11.2017

Ein ganz seltener Gast in Hannover!

Hierzu gibt es auch einen kurzen Bericht in der Zeitschrift des Nabu Hannover (HVV-Info 2018/2) auf Seite 15 und sowie Bilder auf Seite 31.


Novemberwetter, wir machen einen Spaziergang, Im Vordergrund steht dabei die Bewegung an der frischen Luft. Daher ist es für uns eine sehr große Überraschung als wir einen Seetaucher entdecken. Ich mag es nicht recht glauben. Ohne zu verraten, was ich meine ausgemacht zu haben, bitte ich die Freundin, sich den Kormoran nahe des gegenüberliegenden Ufers genauer anzusehen. Ich kenne Eistaucher sehr gut aus Island.

Nach kurzer Zeit sind wir uns einig: Eistaucher oder Prachttaucher. Ein Bestimmungsbuch haben wir nicht dabei und so kommen wir nicht weiter. Ich versuche, den Vogel möglichst gut abzulichten. Das erste Foto (oben links) ist vom 12.11.2017 10:40 Uhr. Wir überlegen, wie wir die interessierten Ornithologen der Region kurzfristig informieren können. Da wir noch als Anfänger gelten und uns auch so fühlen, sind wir nicht in die Benachrichtigungsketten eingebunden. Aber wir haben Glück, ein Profi kommt zufällig vorbei. Er macht einige Fotos und nach kurzer Zeit sind die Bilder online: Es ist ein junger Eistaucher!

Obwohl er uns im Blick behält, taucht er doch oft und findet wohl auch Nahrung, das typische Lugen zeigt er auch hier. Vorbeischwimmende Haubentaucher mustert er interessiert, aber ohne weiter auf sie zu reagieren.


19.11.2017 / 26.11.2017 

Am Wochenende haben wir die Chance, wieder einmal nach dem Eistaucher zu sehen. Auch ein erneuter Anlauf, die Rohrdommel zu erblicken kann nicht schaden, weiterhin soll ein Grauspecht in der Gegend sein. Wir hören mehrere Rufe vom Grünspecht und ich sehe einen "halslosen" Specht fliegen. Aber das reicht nicht zur Bestimmung. Schade, ich brauche noch mindestens einen weiteren Anlauf.

Als Überraschung finden wir einen Trupp Birkenzeisige (mindestens 8). Ob es nun Alpen- oder Taigabirkenzeisige sind, ist für mich auf Basis der Bilder nicht zu erkennen, im Gelände haben wir bei der mäßigen Beleuchtung kaum etwas erkennen können.  Die Gänsesäger zeigen sich nur in einiger Entfernung, ohne dass wir zum Zählen kommen und es sind viele Haubentaucher auf demTeich. Der junge Eistaucher sieht bei jedem Besuch anders aus. Dass er seine Kopfform verändern kann, wissen wir, aber heute kommt er uns dunkler vor als vor einer Woche. Wahrscheinlich liegt das an der Beleuchtung. Mich beeindruckt die Haltung, normalerweise gut von Enten und vor allem vom Sterntaucher zu unterscheiden, weil er tief im Wasser liegt und dabei den langen Schnabel waagerecht hält. (Beim Sterntaucher zeigt die Schnabelspitze stets leicht nach oben). So ist er auch auf den meisten Fotos, die von ihm auf dem Internetportal Ornitho.de eingestellt sind, zu sehen. Eine Haltung wie ein Schwan, oder ein Haubentaucher mit langem leicht gebogenem Hals zeigt er normalerweise selten. Vielleicht hat ihn dazu ja ein vorbei schwimmender Haubentaucher animiert.

Weitere Informationen zu Eistauchern und Eistaucherbeobachtungen in Island: Hier.